Geld im Ausland · 7 Min. Lesezeit

Geld wechseln für den Urlaub: so bekommst du den besten Kurs

Geld wechseln gehört zu den kleinen Reiseaufgaben, die dich unbemerkt mehr kosten, als sie sollten. Machst du es falsch, verlierst du 8 bis 12 % jedes Euros, bevor du überhaupt einen Kaffee gekauft hast. Machst du es richtig, ist der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Kurs bei einer Reise für € 1.000 echtes Geld, oft € 80 bis € 120, die du lieber in den Urlaub selbst gesteckt hättest. So funktionieren die Zahlen wirklich, und so behältst du mehr davon.

Kenne zuerst den Devisenmittelkurs

Der Devisenmittelkurs, oft auch Interbankenkurs genannt, ist der echte Wechselkurs. Er liegt genau in der Mitte zwischen dem Kauf- und Verkaufskurs, mit dem Banken untereinander handeln, ohne Aufschlag. Es ist die Zahl, die du bei Google oder in einer Währungs-App siehst, wenn du "10 Euro in Thai Baht" eintippst. Niemand am Schalter gibt dir genau diesen Kurs, aber er ist dein Maßstab. Jedes Angebot solltest du daran messen.

Schau dir vor der Reise den Mittelkurs für dein Reiseziel an und notier ihn. Ist 1 Euro zum Mittelkurs 39 Baht wert und eine Wechselstube bietet dir 34, weißt du jetzt, dass ihr Aufschlag bei etwa 13 % liegt. Dieser eine Check macht aus einem vagen "passt schon" eine Zahl, die du beurteilen kannst.

Am Spread verdienen sie ihr Geld

Die Lücke zwischen dem Mittelkurs und dem Kurs, den du tatsächlich angeboten bekommst, heißt Spread. Er steckt im Wechselkurs selbst und taucht nicht als eigene Gebühr auf, genau deshalb übersieht man ihn so leicht. Eine Wechselstube kann groß "0 % Provision" ins Fenster schreiben und trotzdem bei jedem Schein einen saftigen Spread kassieren.

Ignorier also das Wort "Provision" und rechne nach. Frag, wie viel Landeswährung du für einen festen Betrag bekommst, etwa € 100, und vergleiche das mit dem, was € 100 zum Mittelkurs wert sein sollten. Zwei Wechselstuben, die 50 Meter auseinanderliegen, können sich um 6 oder 7 % unterscheiden. Die mit dem auffälligsten Schild ist selten die günstigere.

Wechselstuben am Flughafen und im Hotel sind am teuersten

Die Wechselschalter am Flughafen wissen, dass du müde bist, gerade gelandet bist und das Gefühl hast, sofort Bargeld zu brauchen. Entsprechend sind die Preise. Aufschläge von 10 bis 15 % auf den Mittelkurs sind normal, an manchen Flughäfen ist der Spread noch schlechter. Die Rezeption im Hotel und die kleinen Wechselbuden direkt neben großen Sehenswürdigkeiten spielen in derselben Liga.

Brauchst du gleich nach der Landung wirklich etwas Bargeld, für ein Taxi oder ein Zugticket, nimm nur so viel, wie du bis zur Unterkunft brauchst, und nicht mehr. Den Rest wechselst du später bei einer Bank in der Stadt, oder du lässt die Wechselstube ganz links liegen und gehst zum Geldautomaten. Tausch nie dein ganzes Reisebudget am Flughafen um. Dort passieren die größten Verluste.

Tipp

Jede Ausgabe in der Landeswährung erfassen

PocketTrip speichert, was du in der Landeswährung ausgegeben hast, und rechnet es in Euro um. So zeigt dein Budget die echten Kosten, inklusive des Kurses, den du tatsächlich bekommen hast.

Karte oder Bargeld: nutze beides, aber bewusst

Am günstigsten bezahlst du in den meisten Ländern mit einer Karte, die kein Auslandseinsatzentgelt verlangt und nah am Mittelkurs umrechnet. Viele Debit- und Kreditkarten, gerade von Direktbanken, machen inzwischen genau das. Zahl Essen, Tickets und Einkäufe kontaktlos, dann schleppst du kein Portemonnaie voller Scheine mit dir herum, die du vor dem Rückflug kaum noch loswirst. Die Girocard deiner Hausbank ist dafür oft nicht ideal: Außerhalb Europas wird sie häufig nicht akzeptiert, und viele Sparkassen und Volksbanken berechnen für Zahlungen in Fremdwährung Gebühren.

Bargeld bleibt trotzdem wichtig. Märkte, kleine Cafés, Trinkgeld, ländliche Gegenden, Taxis und Länder, in denen Karten nur lückenhaft angenommen werden, laufen über Scheine und Münzen. Ein grober Plan, der für die meisten Reisen funktioniert:

Wann du Landeswährung abhebst, und wie viel

Ein Geldautomat am Reiseziel schlägt fast immer die Wechselstube zu Hause, weil du einen Kurs sehr nah am Mittelkurs bekommst. Der Haken sind die Gebühren. Deine eigene Bank verlangt eventuell eine Gebühr für Abhebungen im Ausland, und der Automat vor Ort schlägt womöglich noch seine eigene drauf. Weil diese Gebühren oft pauschal sind, sagen wir € 3 bis € 5 pro Abhebung, sind viele kleine Abhebungen pro Euro teuer, während sich die Kosten bei wenigen größeren verteilen.

Wenn du Bargeld brauchst, heb also lieber einmal einen vernünftigen Betrag ab, statt jeden Tag zum Automaten zu gehen. Bei einer Woche in, sagen wir, Vietnam oder der Türkei schlagen ein oder zwei größere Abhebungen meist sieben kleine. Übertreib es aber nicht: Übrig gebliebenes Bargeld, das du zu Hause zurücktauschst, wird ein zweites Mal vom Spread erwischt. Plane also so, dass am Ende nur wenig übrig ist.

Zwei Dinge noch am Automaten. Lehne jedes Angebot ab, auf dem Display "in deine Heimatwährung umzurechnen", und lass dich immer in Landeswährung belasten (dazu gleich mehr). Und nutze nach Möglichkeit Automaten, die von Banken betrieben werden. Die freistehenden Geräte in Touristenzonen, oft bunt und praktisch platziert, verstecken gern die höchsten Gebühren.

Zahl immer in der Landeswährung

Wenn du im Ausland mit Karte zahlst oder Geld abhebst, wirst du oft gefragt, ob du in Euro oder in der Landeswährung belastet werden möchtest. Euro fühlt sich sicherer an, weil du eine vertraute Zahl siehst, löst aber die sogenannte dynamische Währungsumrechnung aus. Dabei legt die Bank des Händlers den Kurs fest und schlägt 3 bis 8 % drauf. Wählst du die Landeswährung, übernimmt deine eigene Karte die Umrechnung, und das ist fast immer günstiger. Die Regel ist einfach: In welchem Land du auch stehst, zahl in dessen Geld.

Kleine Beträge oder große Beträge

Wie viel du vorab wechselst, hängt von der Reise ab. Bei einem kurzen Städtetrip, auf dem Karten überall funktionieren, reichen vielleicht € 50 bis € 100 in bar, alles andere zahlst du mit Karte. Bei einer längeren Reise, oder dort, wo viel bar bezahlt wird, planst du einen groben Tagesbetrag in bar und hebst ihn in ein paar Etappen ab, statt alles auf einmal zu Beginn. Ein dickes Bündel Scheine ist ein Diebstahlrisiko und bindet dein Geld an eine Währung zu einem Kurs. Wer nach und nach abhebt, bleibt flexibel und verteilt Kursschwankungen über die ganze Reise.

Die Zahlen oben sind grobe Richtwerte, damit du ein Gefühl für die Größenordnung bekommst, keine Versprechen. Kurse und Gebühren ändern sich ständig und unterscheiden sich je nach Karte, Bank und Land. Nimm sie als Ausgangspunkt und prüf vor der Reise die aktuellen Zahlen.

Behalte die echten Kosten unterwegs im Blick

Das alles bringt wenig, wenn du den Überblick verlierst, sobald sich die Währungen mischen. Genau hier hilft PocketTrip: Trag jede Ausgabe in der Währung ein, in der du gezahlt hast, und die App rechnet alles in Euro um, damit dein Budget ehrlich bleibt. Du siehst, was dich ein Land wirklich kostet, teilst gemeinsame Rechnungen mit Freunden und scannst Belege, damit sich die Beträge von selbst ausfüllen. Alles bleibt privat auf deinem Gerät, auf iPhone und iPad über dein eigenes iCloud synchronisiert und auf Android in deinem eigenen Google-Konto gesichert. Jonglierst du auf einer Reise mit mehreren Währungen, geht unser Ratgeber zum Reisebudget mit mehreren Währungen tiefer ins Detail, und der umfassende Reisebudget-Leitfaden bringt alles zusammen.

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