Geld im Ausland · 6 Min. Lesezeit

Dynamische Währungsumrechnung: in Euro oder in Landeswährung zahlen?

Du sitzt in einem Café in Prag. Die Bedienung bringt das Kartenterminal, du hältst deine Karte dran, und auf dem Display erscheint eine Frage: in Kronen oder in Euro bezahlen? Klingt nach einem netten kleinen Service. Ist es aber so gut wie nie. Diese Abfrage heißt dynamische Währungsumrechnung, und wer sich für Euro entscheidet, zahlt für denselben Kaffee meistens mehr.

Was dynamische Währungsumrechnung eigentlich ist

Bei der dynamischen Währungsumrechnung, englisch Dynamic Currency Conversion oder kurz DCC, rechnet ein Händler oder Geldautomat im Ausland den Betrag direkt an der Kasse in deine Heimatwährung um. Statt dir also 105 Kronen für den Kaffee zu berechnen und die Umrechnung später deiner eigenen Bank zu überlassen, bietet das Terminal an, dir sofort den Gegenwert in Euro abzubuchen.

Auf den ersten Blick wirkt das praktisch. Du siehst eine Zahl in der Währung, in der du denkst, und weißt genau, was du ausgibst. Der Haken ist, wer den Wechselkurs festlegt. Bei DCC macht das der Zahlungsdienstleister des Händlers, nicht deine Bank. Und der baut eine Marge ein, die ihm nützt, nicht dir.

Warum Zahlen in Landeswährung fast immer günstiger ist

Wählst du die Landeswährung, wird deine Karte in dieser Währung belastet, und deine Bank oder das Kartennetzwerk übernimmt die Umrechnung. Netzwerke wie Visa und Mastercard nutzen einen Großhandelskurs, der sehr nah am echten Devisenmittelkurs liegt, also dem Kurs, den du auf einer Währungsseite siehst. Die meisten Banken schlagen noch ein kleines Auslandseinsatzentgelt drauf, je nach Karte meist irgendwo zwischen 0 und 2 %. Bei einer klassischen Sparkassen-Kreditkarte fällt oft etwas an, viele Kreditkarten von Direktbanken verzichten darauf.

Wählst du dagegen über DCC den Euro, verzichtest du auf den guten Kurs deiner Bank und akzeptierst den Kurs des Terminals. Der enthält typischerweise einen Aufschlag von 3 bis 12 %, manchmal sogar mehr. Am Gerät wird das als Service verkauft, und den Aufschlag zeigt das Display selten in klaren Zahlen an.

Die Faustregel ist also kurz: Fragt ein Terminal oder Geldautomat nach der Währung, nimm die Landeswährung. Jedes Mal.

Tipp

Ausgaben in Landeswährung erfassen, in Euro sehen

Mit PocketTrip trägst du jede Ausgabe in der Währung ein, in der du wirklich bezahlt hast. Die App rechnet sie in Euro um, damit dein Budget zeigt, was du tatsächlich ausgegeben hast.

Ein echtes Rechenbeispiel für den Aufschlag

Machen wir es konkret. Du bist in Japan unterwegs und isst zu Abend, die Rechnung liegt bei ¥ 12.000. Der Devisenmittelkurs liegt an dem Tag bei etwa 160 Yen für 1 Euro, der faire Preis sind also rund € 75.

Das sind rund € 4,50 mehr für ein einziges Abendessen, für nichts. Passiert dir das drei- oder viermal am Tag auf einer zweiwöchigen Reise, summiert sich die DCC-Steuer unbemerkt zu echtem Geld, locker € 80 bis € 150, die beim Zahlungsdienstleister landen statt in deiner Urlaubskasse. Die Zahlen sind grobe Richtwerte, um das Prinzip zu zeigen. Dein genauer Kurs hängt vom Tag, deiner Karte und dem Händler ab, aber die Richtung ist immer dieselbe.

Wo dir die DCC-Abfrage begegnet

Sie taucht an mehr Stellen auf, als man denkt, und die Formulierung ist so gewählt, dass sich die Euro-Option wie die sichere Wahl anfühlt:

So lehnst du DCC ab

Am Kartenterminal siehst du meist zwei Optionen auf dem Display. Die eine zeigt die Landeswährung, die andere den Euro-Betrag mit einem Kurs daneben. Wähle die Landeswährung. Hat das Personal schon für dich auf Euro gedrückt, darfst du freundlich darum bitten, die Zahlung in Landeswährung zu wiederholen. Das geht fast immer.

Am Geldautomaten wählst du bei "mit Umrechnung" oder "ohne Umrechnung" immer ohne Umrechnung, oder du lehnst den angebotenen Kurs ab. Der Automat zahlt dann trotzdem aus und überlässt die Umrechnung deiner eigenen Bank.

Noch etwas, das du vor der Reise prüfen solltest: das Auslandseinsatzentgelt deiner Karte. Einige reisefreundliche Kreditkarten berechnen 0 % auf Zahlungen in Fremdwährung, dann ist die Landeswährung noch klarer der Gewinner. Verlangt deine Alltagskarte 2 % oder mehr, ist das zwar immer noch günstiger als DCC, aber eine gebührenfreie Karte spart dir ein weiteres Stück. Und Achtung bei der Girocard: Außerhalb Europas wird sie oft gar nicht akzeptiert, eine Kreditkarte gehört also ohnehin ins Gepäck.

Dein Budget über alle Währungen hinweg im Blick

Wer DCC vermeidet, löst das Kursproblem an der Kasse. Die andere Hälfte der Aufgabe ist, unterwegs zu wissen, was du tatsächlich ausgegeben hast, damit ein Bündel fremder Scheine und ein paar Kartenzahlungen am Monatsende nicht zum Rätsel werden. Genau dafür lohnt sich das Mitschreiben. Trag jede Ausgabe direkt in der Landeswährung ein, lass die App sie zu einem fairen Kurs in Euro umrechnen, und deine laufende Summe bleibt verlässlich.

PocketTrip ist genau dafür gemacht. Du erfasst eine Ausgabe in Yen, Baht oder Kronen, die App rechnet sie im Hintergrund in Euro um, und dein Budget aktualisiert sich sofort. Jonglierst du auf einer Reise mit mehreren Währungen, zeigt dir unser Ratgeber zum Reisebudget mit mehreren Währungen, wie du alles in einem klaren Bild behältst. Mehr Wege, kleine Geldlecks zu stopfen, findest du in Auf Reisen Geld sparen, und damit jeder Beleg an seinem Platz landet, übernimmt das Erfassen deiner Reisekosten in PocketTrip das Zählen für dich.

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