Reiseziele · 8 Min. Lesezeit
Reisebudget Japan: Was eine 2-wöchige Reise wirklich kostet
Japan gilt als teuer, und dieser Ruf stimmt nur zur Hälfte. Flug und Shinkansen reißen ein ordentliches Loch in dein Budget. Bist du aber erst mal gelandet, ist der Alltag mit Essen, Metro und Mahlzeiten aus dem Konbini oft günstiger als ein Wochenende in München oder Kopenhagen. Der Trick ist zu wissen, welche Posten du ernst nehmen musst und bei welchen du entspannt bleiben kannst. Alle Zahlen unten sind grobe Richtwerte auf Basis aktueller Reiseberichte, keine Angebote. Preise ändern sich mit Saison und Yen-Kurs, also nimm sie als Ausgangspunkt und nicht als Versprechen.
Flüge: der große Fixkostenblock
Ab Frankfurt oder München kostet ein Hin- und Rückflug in der Economy nach Tokio oder Osaka meist zwischen 650 und 1.100 €. Buchst du drei bis fünf Monate im Voraus und reist außerhalb der Hauptzeiten, landest du oft am unteren Ende. Die teuren Termine sind vorhersehbar: Ende März bis Anfang April zur Kirschblüte, die Obon-Feiertage im August und die Zeit um Neujahr ab Ende Dezember. Verschiebst du deine Reise auch nur um zwei Wochen, kannst du für denselben Sitz ein paar hundert Euro sparen.
Zug: JR Pass oder Einzeltickets?
An dieser Entscheidung scheitern die meisten, die zum ersten Mal fahren. Der landesweite Japan Rail Pass war früher ein automatisches Ja. Nach der kräftigen Preiserhöhung kostet er etwa 300 € für 7 Tage und rund 480 € für 14 Tage. Er lohnt sich also nur, wenn du viele lange Strecken fährst.
Rechne nach, bevor du kaufst. Ein einfaches Shinkansen-Ticket von Tokio nach Kyoto kostet etwa 90 €, von Tokio nach Hiroshima eher 120 €. Der Pass lohnt sich also, wenn deine Route so aussieht:
- Lohnt sich: Tokio, dann Kyoto, dann Hiroshima und zurück nach Tokio, alles innerhalb einer Woche. Mehrere lange Strecken kommen deutlich über den Passpreis.
- Lohnt sich nicht: Tokio als Basis mit ein paar Tagesausflügen, oder ein gemütliches Dreieck Tokio, Kyoto, Osaka mit langen Aufenthalten in jeder Stadt. Einzeltickets sind dann günstiger.
Bei den meisten zweiwöchigen Reisen, die ein paar lange Fahrten mit viel Herumlaufen in einer Stadt kombinieren, sind Einzeltickets plus eine aufgeladene Suica- oder ICOCA-Karte für die Metro günstiger als der 14-Tage-Pass. Regionale Pässe, etwa für die Region Kansai, sind ein cleverer Mittelweg, wenn du in einem Teil des Landes bleibst.
Tipp
Erst rechnen, dann buchen
Vergleiche mit dem Reisebudget-Rechner eine Reise mit Rail Pass und eine mit Einzeltickets, und leg dann dein Tageslimit für die Tage vor Ort fest.
Unterkunft: eine große Spanne
Wo du schläfst, bewegt dein Budget stärker als alles andere außer dem Flug. Japan bietet dir auf jeder Stufe echte Auswahl:
- Hostels und Kapselhotels: 25 bis 45 € pro Nacht für ein Bett im Schlafsaal oder eine Kapsel. Sauber, sicher und zentral, was man von günstigen Betten in vielen europäischen Städten nicht behaupten kann.
- Business-Hotels: 60 bis 110 € pro Nacht für ein kleines, aber blitzsauberes Einzelzimmer mit eigenem Bad. Das ist für die meisten Reisenden der Sweet Spot, und Ketten wie APA oder Toyoko Inn gibt es überall.
- Mittelklasse und Boutique: 120 bis 200 € pro Nacht, sobald du mehr Platz oder eine gute Lage im Zentrum von Tokio willst.
- Ryokan: Ein traditionelles Gasthaus mit Abendessen und Frühstück kann 150 bis 350 € pro Person kosten, und einmal lohnt es sich selbst bei knappem Budget.
Zimmer in Japan sind nach europäischen Maßstäben klein, also buche nicht nach Quadratmetern. Ein Business-Hotel, in dem du kaum wach bist, ist gut gespartes Geld.
Essen und Nahverkehr: günstiger als gedacht
Hier belohnt dich Japan ganz still. Gut zu essen ist wirklich bezahlbar, wenn du dorthin gehst, wo die Einheimischen essen:
- Eine Schüssel Ramen oder ein Reisset an der Theke: 7 bis 11 €.
- Frühstück oder Mittagessen aus dem Konbini, etwa von Lawson oder 7-Eleven, und das ist richtig gut: 3 bis 6 €.
- Ein ordentliches Abendessen im Restaurant mit Getränk: 18 bis 30 € pro Person.
- Eine Fahrt mit Metro oder Bus: 1,30 bis 2,50 €, direkt mit deiner IC-Karte bezahlt.
- Kaffee oder Tee aus dem Automaten, an fast jeder Ecke: etwa 1 €.
Plane 35 bis 55 € am Tag für Essen und Nahverkehr ein, wenn du meist in einfachen Lokalen isst und ab und zu etwas Schöneres gönnst. 70 € oder mehr am Tag brauchst du nur, wenn du jede Mahlzeit im Restaurant isst oder fast jeden Abend ausgehst. Alkohol im Lokal treibt die Kosten schnell nach oben, ein Bier in einer Bar kann mehr kosten als dein Mittagessen.
Wo Japan teurer ist als erwartet
Ein paar Dinge tun schon weh. Flughafentransfers in die Stadt sind nicht billig: Der Narita Express ins Zentrum von Tokio kostet etwa 18 € pro Strecke. Taxis sind so teuer, dass du sie selten nehmen wirst. Kaffee in einem richtigen Café, nicht aus dem Automaten, kostet 4 bis 6 €. Freizeitparks wie Tokyo Disney oder teamLab liegen bei 55 bis 80 € pro Ticket. Und alles Importierte oder Westliche, von der Sonnencreme aus der Drogerie bis zum Glas Wein, hat einen spürbaren Aufschlag. Nichts davon sprengt das Budget, aber es summiert sich, wenn du nicht hinschaust.
Beispielbudget für 2 Wochen in Euro
Hier eine realistische Reise in der Mittelklasse für eine Person: zwei Wochen, eine Mischung aus Tokio, Kyoto und Hiroshima, Business-Hotels, einfaches Essen mit ein paar Highlights und Einzeltickets statt eines vollen Passes.
- Hin- und Rückflug ab Frankfurt oder München: 800 €
- Unterkunft, 13 Nächte im Business-Hotel zu etwa 85 €: 1.105 €
- Fernzüge (Tokio, Kyoto, Hiroshima und zurück): 330 €
- Nahverkehr, 14 Tage mit IC-Karte: 90 €
- Essen, 14 Tage zu etwa 45 €: 630 €
- Aktivitäten, Tempel, eine Nacht im Ryokan und Eintritte: 350 €
- Puffer von etwa 12 Prozent: 385 €
Das ergibt rund 3.690 € für zwei Wochen, alles inklusive. Mit Hostels und Essen aus dem Konbini kommst du unter 2.600 €. In der gehobenen Mittelklasse mit schöneren Hotels und mehr Abendessen im Restaurant sind 5.000 € schnell erreicht. Der Unterschied zwischen diesen Zahlen liegt fast komplett bei der Unterkunft und daran, wie oft du dich zum Essen hinsetzt, und genau das sind die zwei Hebel, die du Tag für Tag selbst in der Hand hast.
Die täglichen Ausgaben im Griff behalten
Die Fixkosten stehen fest, sobald du buchst. Ob du im Budget nach Hause kommst, entscheiden die täglichen Ausgaben, und in einem Land, in dem du den ganzen Tag deine IC-Karte an Lesegeräte hältst und an der Theke bar zahlst, verlierst du da schnell den Überblick. Wenn du jede Ausgabe direkt in Yen einträgst und sie in Euro umrechnen lässt, bleibt das Bild realistisch. Zahlst du mit Karte, achte auf Fremdwährungs- und Umrechnungsgebühren: In Yen zu zahlen, statt das Terminal in Euro umrechnen zu lassen, ist fast immer günstiger.
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